Mittwoch, 8. Februar 2006

Kräuterbutter



Tiefkühlkräuter eignen sich in dieser Jahreszeit sehr gut, um Kräuterbutter zu zaubern. Ich empfehle "Kräuter der Provence", Schnittlauch, Petersilie und Basilikum. Dazu ein bißchen Sojasoße, frischen Knoblauch und Zitronensaft. Ein bißchen Pfeffer, ein bißchen Salz und wer's mag: Glutamat. Ich mag's.

Montag, 6. Februar 2006

Der perfekte Tag

Das Hotelzimmer in Kunming ist nicht schön, aber für eine Nacht okay. Es ist eben China - da kann man nicht so viel erwarten. Der Teppich vor dem Bad ist nass, und ich trage die Papierlatschen, die immer für Hotelgäste bereit stehen. Der Tag war aufregend - es ist eben China, da ist alles aufregend. Zu Abend gab es sehr scharfes Essen, so scharf, dass mir schwarz vor Augen wurde.

Ich schlafe gut - es ist eben China, und da ist mein Herz zu Hause.

Morgens stehe ich früh auf. Kaffee gibt es nicht, aber Fettgebackenes und scharf eingelegtes Gemüse. Auf dem Weg zum Flughafen sehe ich Kunming erwachen. Es wird gerade hell.

Beim Checkin muss ich meine Schuhe ausziehen. Im Flugzeug riecht es unangenehm nach nasser, ungewaschener Kopfhaut. Wir sind oben, und ich sehe, wie der junge Jangtse seine Schleifen durch Shangri-La zieht.

Zhoungdian. Der Flieger landet, ich betrete das Rollfeld. Noch nie habe ich so etwas Schönes gesehen. Die Luft ist dünn hier oben, es ist ein Geräusch darin, das ich noch nie gehört habe. Es ist der blaueste Himmel, den ich je gesehen habe, und die paar Wolken darin spielen fangen. Ich will mich hinlegen und den Boden küssen. Ich bin in Shangri-La!

Das Taxi bringt mich zum Hotel. In der Mitte des Kreisels steht eine Pagode. Der Fahrer dreht wie immer eine Ehrenrunde, denn das bringt Glück.

Ich mache das Fahrrad startklar und fahre los. Im Kreisel drehe ich eine Ehrenrunde um die Pagode. Die Fahrt ist anstrengend auf 2000 Meter über n.N., aber das ist egal, denn am Horizont sehe ich die Zacken des Himalaya, und die sanfte Landschaft entschädigt mich für jegliche Anstrengung.

Ich durchquere eine Ebene über Schotterwege. Hier gibt es nur Weiden und kleine Brücken, die über den Bach führen. Es herrscht ungeahnte Stille, und auf den wenigen Bauernhäusern wehen bunte Fahnen im Wind, die Auskunft darüber geben, ob der Sohn der Familie im Kloster ist.

Ich bin in einem Bauernhaus eingeladen, einen Buttertee zu trinken. Er schmeckt seltsam ranzig, aber er ist heiß und fettig und stärkt mich. Dazu esse ich eine Mango die besser schmeckt als alles Obst, das ich kenne.

Auf der Weiterfahrt sehe ich am anderen Ende der Ebene den kleinen Bruder des Potala. Ich mache Rast an einer heißen Quelle und bade darin. Es regnet ein bißchen.

Es ist schon später Nachmittag und ich gehe auf den Markt. Die Stände quellen über von Obst und Gemüse. Alles ist bunt und zeugt vom übermäßigen Reichtum des fruchtbaren Bodens. Und die Mönche in ihren lilafarbenen Gewändern telefonieren mit dem Handy und machen alles nur noch bunter.

Ich esse zu abend. Es gibt Kartoffelpuffer, Jiaozi, Yakfleisch, Obst, Joghurt und viele undefinierbare Speisen. Dazu mildes Bier. Zum Nachtisch esse ich meine heißgeliebten fäden ziehenden Äpfel.

Ich gehe nochmal vor die Tür und lasse meinen Blick schweifen. In der Dunkelheit zeichnen sich sanfte Hügel ab, und die Luft singt immernoch seltsam.

Ich atme tief ein und denke, dass dies der Ort ist, an den ich immer wieder zurück will.





Samstag, 4. Februar 2006

Bei allem Respekt, SIR!

Lesen Sie keine Bücher, in denen die Worte "wohlgeformte Brüste" vorkommen. Ist Ihnen noch nie aufgefallen, dass Bücher in denen die beiden Worte vorkommen immer scheisse sind? Ab in den Müll damit!

Vermeiden Sie Filme, in denen der Satz "Bei allem Respekt, SIR" fällt. Diese Filme sind meistens prollig und keine Erwähnung wert. Schauen Sie stattdessen Filme, in denen Glasscheiben, Torten, Leitern und "Hotelflur-Szenen" vorkommen. Zum Beispiel "Is was Doc?".

Zur Lage im Taubenschlag

Was war das denn, was da grad an meinem Blickfeld vorbeigesaust ist? Ich glaub, es war die vergangene Woche. Achduscheisse, was war denn los? Ich kann mich an keinen einzigen Tag erinnern. Habe nur noch eine vage Erinnerung an Atemlosigkeit, Hektik, Wut, und dieses Zittern in den Muskeln - am ganzen Körper - das immer dann auftritt, wenn ich ganz schnell, ganz rasend schnell noch dies und das und dies und das erledigen muss. Sofort, schnell, jetzt noch, bitte mach, kannst du noch eben, morgen früh um sieben, brauche ich bis mittags ...

Ich erinnere mich, vor lauter Gaga im Kopf abends sogar die Supernanny und die bescheuerte Supermodel-Show mit Heidi Klum gesehen zu haben. Hin- und her gezappt. Fassungslos mit offenem Mund in die Abgründe anderer Leute geschaut. Zu gaga, um mir über Political Correctness und die Moral von der Geschicht' Gedanken zu machen. Scheisse konsumiert um den Kopf leer zu bekommen.

Trotzdem immernoch kurz lesen vorm Schlafen.

Ich habe den zweiten Band von Otherland fast fertig und habe wieder mit Alpträumen zu kämpfen. Immer wieder mit Elementen aus dem Buch. Die Bösartigkeit der Phantasie, die der Autor in dieses Buch gelegt hat, die Sinnlosigkeit, die an keiner Stelle vorhandene Fröhlichkeit saugt mich aus. Das ist echt harter Stoff. Vielleicht bin ich momentan ein bißchen zu zart besaitet für sowas.

Gestern war die lange geplante Weinprobe in einem nahe gelegenen Weingut. Obwohl ich keinen Hunger hatte, habe ich mir kurz vorher noch eine Tiefkühlpizza reingewürgt, weil ich dachte, ich kollabiere sonst. Ich dachte, nach so einer Woche, völlig erschöpft und ohne Lust auf Wein an der Weinprobe teilzunehmen kann nur böse enden. Die ersten beiden Stunden zogen sich dann auch quälend hin, die ersten Gläser habe ich nach der Hälfte in den Ausguss geschüttet und mir stattdessen Leitungswasser ins Glas gefüllt. Aber wie das eben so ist - der Alkohol macht ja doch mit einem, was er will. Ab dem 6. Glas wurde ich so locker, als hätte ich in meinem Leben nie was anderes gemacht als Weinproben ... ja, es wurde lustig, und am Ende hatte ich so ca. 1 Liter Wein getrunken. Ein Glas mehr, und ich hätte wohl einen ziemlich wütenden Taxifahrer erleben können. So ging es aber mit Kopfweh ganz glimpflich über die Bühne.

Wein macht Spaß, wenn man ihn mit Anleitung trinkt. Mein Geruchs- und Geschmackssinn ist vom jahrelangen Parfum sammeln, Whisky verkosten und Tee trinken gut trainiert. Ich kann Nuancen wahrnehmen und benennen, und so ein Aroma-Cocktail kann mich schon echt vom Hocker hauen. Dumm ist nur, dass man von dem Zeug immer besoffen wird - da könnte ich irgendwie auch drauf verzichten ... na ja, das schreibe ich jetzt, wo mir der Schädel immernoch brummt. Morgen denke ich da auch wieder anders drüber.

Heute ist so ein typischer "Tag danach". Das Haus braucht dringend einen Staubsauger, hier liegt haufenweise Papierkram rum, meine Klamotten sind überall, nur nicht wo sie hingehören, und überhaupt nervt die Unordnung. Und ich sitze hier und schreibe und habe nicht die geringste Lust, mich vom Fleck zu rühren.

Ich meditiere mir jetzt eine Portion Motivation herbei. Das kann ja nicht so schwer sein.

Donnerstag, 2. Februar 2006

Unfreiwillige Blogpause ...

... weil ich ersaufe in Arbeit.

Aber kurz der hier: Heute abend kommt "Nix zu verlieren" im Fernsehen. Ich glaub auf Kabel oder so. Sehr netter, lustiger Film mit Tim Robbins (Ten Points), den ich Euch wärmstens ans Herz legen will. Die Szene mit dem Scatman und der Vogelspinne ist der Hammer!

Es grüßt das Federvieh

Freitag, 27. Januar 2006

Sound

Hier steht neuerdings ein Bose Sound Dock für den IPod.

A Flock Of Seagulls: Wishing.

Kennt das noch jemand?

Geil, die alten Nummern!

Luxus

"Seife - das Eichmaß der Zivilisation" (Tyler Durden)

Auf der Ablage vor meinem Badezimmerspiegel stehen 5 Tübchen, 3 Tigelchen und 8 Fläschchen (Zahnpastatube nicht inbegriffen). Dann ist da noch ein Täschchen für's Schminkzeug und eins fürs Fremdübernachten. Die Dusche rundum gepflastert mit duftenden Essenzen für die geplagte Haut und Lotionen fürs Haar.

Ich weiß nicht, wie ich ohne das ganze Geraffel überleben könnte.

Donnerstag, 26. Januar 2006

Schon wieder Blut

Und schon wieder ein Pflaster. Diesmal beim Versuch, das haarige Zeug von meinen Beinen zu raspeln ... wasn hier eigentlich los?

Mal so'n paar Filme

Beste männliche Rolle:
Edward Norton: Fight Club

Beste weibliche Rolle:
Jamie Lee Curtis: Ein Fisch namens Wanda

Liebster Regisseur:
Blake Edwards

Freue mich auf:
Keith Richards in Pirates Of The Caribbean

Nervigster Film ever:
Star Wars - die neuen, inklusive der remasterten

Beste Serie:
Lethal Weapon

Bestes Liebespaar:
Forrest und Jenny

Nervigster Schauspieler:
Tom Cruise

Nervigste Schauspielerin:
Andy McDowell

Immer und immer wieder:
Singing In The Rain

Bester Science Fiction Film:
Blade Runner

Bester Klassiker:
Die Zeitmaschine, Manche mögen's heiss

Ergreifendste Liebesgeschichte:
Tiger and Dragon

Beste Filmmusik:
Trainspotting

Bester deutscher Film:
Im Juli, Das Boot

Bester deutscher Schauspieler:
Bierchen Armin Rhode

Beste deutsche Schauspielerin:
Heike Makatsch

Ästhetischster Film:
Hero von Yimou Zhang

Häßlichster Film:
Jabberwocky

Schönster Schauspieler:
Johnny Depp

Schönste Schauspielerin:
Michelle Yeoh

Änderungen vorbehalten, to be continued, hab ich was vergessen??

Trostpflaster

Der Finger blutet und es schmerzt. Ich schnappe mir ein Pflaster und klebe es drauf. Der Schmerz verschwindet sofort.

Ich glaube meine Mutter hat damals jedes Pflaster dieser Welt mit einem heilenden Zauber belegt. Wenn sie gesagt hat: "Komm, lass mal pusten ... und dann machen wir ein Pflaster drauf."

Mittwoch, 25. Januar 2006

Frauenmobil

Da muss ich noch einen Nachtrag über einen Zeitungsartikel von vor 5 Tagen machen (Stuttgarter Zeitung). Ein Artikel über ein Wohnmobil, das auf der Tourismus-Messe in Stuttgart vorgestellt wurde.

Headline: Ob da auch Männer drin schlafen dürfen?

Bildunterschrift: Ein so genanntes Frauenmobil als Besuchermagnet: [...] das von Frauen für Frauen gestaltete Wohnmobil.

In diesem Artikel geht es also um ein ganz besonderes Wohnmobil von Frauen für Frauen gestaltet. Soso, denke ich mir und finde das interessant. Was sich Frauen wohl so einfallen lassen, um ein Wohnmobil zu einem Frauenmobil zu machen?

Zuerst bin ich begeistert, denn mein Fahrrad entstammt genau so einer Idee. Das wurde an irgendeiner Uni entwickelt und ist perfekt auf "Frauenanatomie" abgestimmt. Das Rad passt einfach – viel besser für mich als jedes Unisex-Fahrrad.

Also war ich der Wohnmobil-Idee erstmal aufgeschlossen.

Aber was will man erwarten. Das Teil heißt "Femotion". Erinnert mich an Slipeinlage, und der Anglizismus verursacht mir Gänsehaut.

"Isch des nur für Fraue?" Fragt eine interessierte Messebesucherin. Nein, da können selbstverständlich auch Männer drin schlafen antwortet die Hostesse.

Mehr als drin schlafen sollen die Männer aber offensichtlich nicht. Denn das Besondere an Femotion ist eigentlich nur, dass die Küchenzeile besonders komfortabel ist und mit massenhaft Arbeitsplatte auffährt. Na ja, und dann gibt es noch ein beheizbares Schuhfach. Sowas wollte ich doch auch immer schonmal haben. Damit der Fußpilz ordentlich sprießen kann. Urgs.

Mein Fazit: Total bescheuerter Marketingcoup. Ein Dienstbotenmobil als Frauenmobil zu bezeichnen ist schon echt grenzwertig. Was ham die denn für 'ne Agentur, sachma?

Montag, 23. Januar 2006

Dem Yogi sein Tee

yogi

Yogitee schmeckt am besten, wenn man ihn im Original in loser Form verwendet und eine halbe Stunde lang zusammen mit der Milch kocht.

Man kann ihn auch mit Teebeutel zubereitet gut trinken. Das schmeckt nicht so schlecht, wie es sich anhört. Aber dann muß ganz wichtig Sahne rein.

Und natürlich muss es ein ordentliches Yogi-Glas sein.

Aliens im Wohnzimmer

Heute nacht waren Aliens im Wohnzimmer.

Sie haben einen Kornkreis in den Teppich gemacht.

aliens

Dove from Above

The guests have been greeted, the stars are now seated





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