Montag, 12. August 2013

NEU

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Es geht weiter, und zwar hier:

//www.ozelotte.de

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Freitag, 19. April 2013

For everything there is a season

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Mein Vater dachte, es sei ein Herzinfarkt. Er kam mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus und "zum Glück" stellte sich heraus: Nur Gallensteine, die die Schmerzen verursacht haben. Er wurde operiert und alles schien gut - Erleichterung. Am Tag nach der Operation bekam er so starke Schmerzen, dass man ihn ins künstliche Koma legen musste. Drei Wochen später war er tot. Innerlich vergiftet von seinen eigenen Gallensäften. Bei der OP war was kaputt gegangen.

Meine Mutter war bei ihm. Man sagte ihr, dass man die lebenserhaltende Medikation nun abstellen würde. Ich bekam den Anruf, dass es soweit sei. Zehn Minuten später stand ich bei meinem sterbenden, immernoch im Koma liegenden Vater am Bett.

Am Monitor konnte man beobachten, wie sein Herz immer langsamer wurde. Wir standen nur da - eine Stunde lang - berührten ihn, ruhig und gefasst. Mama, jetzt ist es gleich vorbei. Dann die Nulllinie. Stille. Die Warngeräusche der Geräte wurden schon vorher abgestellt. Da lag mein toter Vater, sanft eingeschlafen, und mein eigenes Leben stand still. Etwas Unfassbares war geschehen, und das echte Leben verschwand irgendwo hinter einem Schleier.

Die nächsten Tage war ich wie betäubt. Es gab Dinge zu erledigen. Aber alles auf Sparflamme.

Zur Trauerfeier kamen viel mehr Freunde und Verwandte als wir erwartet hatten - ein schöner Tag mit vielen Tränen, Begegnungen, tröstenden Worten - jedes einzelne unbezahlbar wertvoll. Die anderen weinen zu sehen rührte und beruhigte mich. Ein Tag voller Liebe und Lebendigkeit.

Ich fand leicht wieder in den Alltag zurück. Was blieb, war ein dumpfer Schmerz. Erst nach ein paar Monaten wurde der Schmerz immer stärker und grenzte teilweise an Verzweiflung. Dann wurde es wieder besser bis zum ersten Weihnachten ohne Papa. Schlimmer als erwartet. Die Tage, bevor sich der Todestag zum ersten Mal jährte, waren der reinste Horror. Doch dann war das Trauerjahr vorbei und die schmerzhafte Trauer ist einem ständigen Gedenken gewichen, das gut auszuhalten ist.

Mein Vater fehlt mir. Ich vermisse es, mich in ihm zu spiegeln und von ihm zu lernen. Wenn ich manchmal im Stillen mit ihm rede weiß ich, dass er auf mich aufpasst.

Alles hat seine Zeit.

Dienstag, 16. April 2013

Wie ich meinen Lieblingssport fand

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Letzten Sommer wurde nebenan ein Haus gebaut. Der Baulärm war enorm - mein Monitor wackelte auf dem Schreibtisch, wenn der Bagger fuhr - und das tat er oft. Nach zwei Monaten hatte ich einen festsitzenden Tinnitus, dem auch eine Therapie beim HNO nicht mehr beikommen konnte. Auf die Frage, wie gestresst auf einer Skala von 1 bis 10 ich sei war die Antwort: acht. Der nette Arzt: Sie müssen was tun! Raus aus dem Alltag!

Ich buchte Mallorca. 5 Sterne, 5 Tage, alleine. Meeresrauschen statt Ohrrauschen. Die Tage verbrachte ich mit Sport. Wandern, Joggen, Schwimmen. Und beim Schwimmen hatte ich mein Schlüsselerlebnis. Ich soff nämlich fast im Hotelpool ab. Während ich früher locker meine 1000 Meter mit der linken Hand wegschwimmen konnte, befand ich mich nun in der Mitte des sehr großen Pools wo ich nicht mehr stehen konnte und merkte, dass meine Arme schlapp machten. Auweia! Anflug von Panik ... nicht schön.

Natürlich soff ich nicht ab, aber die Erkenntnis, so gar keine Muskulatur mehr in den Armen zu haben, traf mich heftig. Wieder zu Hause dann die Frage: Was machen? Mir Hanteln kaufen und zu Hause ein bisschen Hausfrauengymnastik machen? Nein, das würde ich nicht durchhalten. Doch wieder mehr Badminton spielen? Schwierig, weil immer von einer anderen Person abhängig, und Muskeln baut man davon auch nicht unbedingt auf. Also doch: Fitness-Studio.

Ich war in der Vergangenheit schon zweimal in Fitness-Studios angemeldet. Das zweite war sogar nur 5 Gehminuten entfernt. Trotzdem ging ich nach anfänglicher Euphorie nicht mehr hin. Mich ödete das an, die Leute nervten mich. Fatburn, Bauch/Beine/Po, Stäp (!), Wörkout, die Tussis in ihrer schnickeligen Sportswear ... näää! Fand ich furchtbar.

Überwindung. Eine Freundin nahm mich mit zu McFit. Nur mal gucken. Ich da rein und sofort verliebt. Eine Muckibude ohne Schnick und Schnack. Alles was das Herz begehrt und sogar ein Hantel-Eckchen für Mädchen. Ich ließ mir alles mögliche zeigen, machte einen Vertrag und trainiere nun seit 6 Monaten ohne Ausnahme drei mal die Woche. Es ist großartig!

Ich habe das Training konsequent in meinen Tagesablauf integriert. Dienstags und Donnerstags sehr früh aufstehen und so trainieren, dass ich um 8 Uhr fertig bin. Dann noch mindestens am Samstag oder Sonntag. Der Spruch vom Mann: "Hälste ja eh nicht durch" zu Beginn meiner Kraftsport-Karriere hat mich motiviert.

Mittlerweile habe ich sichtbare Beinmuskeln und die Bündchen an meinen T-Shirts spannen :-) Ich habe 6 Kilo abgenommen und eine wirklich schöne Figur bekommen - so sah ich seit 20 Jahren nicht mehr aus. Aber das beste ist, dass mir der Kraftsport richtig viel Spaß macht! Es tut weh, man muss an Grenzen gehen, es gehört auch eine gewisse seelische Stabilität dazu, wenn man es richtig machen will. Vor manchen Übungen habe ich sogar Angst. Aber danach fühle ich mich, als hätte mir jemand die Schrauben wieder festgezogen. Ich habe endlich MEINE Sportart gefunden.

Der Tinnitus ist geblieben. Zum Glück ist es ein Rauschen und kein Pfeifen. Er ist ein Mistkerl, aber ich habe mich mit ihm arrangiert. Bleibt mir ja nichts anderes übrig. Ohne ihn hätte ich meinen Lieblingssport nicht gefunden. Alles ist ja zu irgendwas gut, sagt man ...

Montag, 15. April 2013

Ich bin wieder da

Vor 4 Jahren habe ich das letzte Mal hier geschrieben.

Vorhin habe ich 40 Minuten mit dem Mann telefoniert, mit dem ich seit 4 Jahren Freud und Leid teile, und von dem ich mich in den letzten 4 Monaten 4 mal getrennt habe. Wir wollen es noch mal versuchen. So ist das, wenn man nicht mit- aber auch nicht ohne einander kann. Vermutlich bin ich bekloppt.

In ein paar Wochen werde ich 40. Das nervt. Ja, vor allem nervt mich, dass es mich nervt! Ich habe das Wort Hyaluron gegoogelt. Auf meinen Handrücken sammeln sich Pigmentflecken, und "Fältchen" ist eine beschönigende Verniedlichung. Zum ersten mal erlebe ich es so, dass mir mein Alter nicht mehr gefällt. Zum ersten mal verstehe ich, dass es die Midlife Crisis tatsächlich gibt. Auch bei Frauen.

Als ich vor vier Jahren in meine Heimatstadt zurück zog, begann zwar ein neuer Lebensabschnitt, aber alles unter den gleichen Vorzeichen wie immer. Viel arbeiten, Karriere, gut essen, Reisen, Kunst und Kultur, hier und da Sport, die Wohnung schön machen, in einer netten Beziehung leben. Aber die Einschläge kamen näher. Verlust von Freundschaften, der Tod des Vaters, ein bleibender Tinnitus, die Bekanntschaft mit dem völlig verzweifelten inneren Kind, das Scheitern am Projekt "Offene Beziehung", Langeweile im Beruf. Die Fragen ans Leben sind komplizierter geworden. Oder ich unflexibler ... weiß nicht. Jedenfalls fühle ich mich mehr denn je herausgefordert, meinem Dasein eine Richtung zu geben und bin gleichzeitig ratloser als ich es je war.

Ich höre, wie andere Frauen lästern, ab 40 seien lange Haare nicht mehr altersgemäß - enge Jeans schon gar nicht. Ich weiß ja, dass das Quatsch ist, und trotzdem trifft es mich. Das freche Lebensgefühl von unbegrenzten Möglichkeiten weicht plötzlich einer Ernsthaftigkeit, der ich gerne in den Arsch treten würde. Werde ich mit 65 genug fürs Alter vorgesorgt haben? Ist es auch in 15 Jahren noch toll, alleine zu leben? Wer braucht eine 55-jährige Grafikerin? Und wäre es nicht besser, im sozialen Bereich zu arbeiten, anstatt Werbung für Bausparverträge und Ferienreisen zu machen? Wie bringt man die Liebe zum bleiben? Oder sollte man das gar nicht erst versuchen?

ICH BIN WIEDER DA!



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Freitag, 17. Juli 2009

Gaga

Vorhin beim Ausdauersport sah ich ein schwarzes Lamm, das von der Herde abgetrennt war. Tat mir leid, das kleine Muckelchen. Aber so ist das mit schwarzen Schafen.

Neulich las ich irgendwo, dass ich jetzt zur "Generation Upload" gehöre weil ich mit dem Internet rummache und so. Wasn das schon wieder fürn Scheiß? Na ja, haben sich so ein paar Marketing-Fuzzis ausgedacht, das Wort. Muss mich ja nicht weiter interessieren. Und dich auch nicht.

Kann mal jemand diese Lady Gaga vom Markt nehmen? Also ich habe 6 Radiostationen in meinem Autoradio. Wenn im Deutschlandfunk zum Beispiel eine Sendung über das Leben der Kaiowá-Urwald-Indianer in Argentinien kommt, muss ich auch mal umschalten um Musik zu hören. Ist doch scheissegal, welcher Sender und welche Uhrzeit - immer kommt dieses beknackte Pokerface-Gedöns. Gehts eigentlich noch blöder? Nein.

Hört lieber mal wieder die Cocteau Twins:

Letzte Woche fand ich dann auch raus, warum mir das Finanzamt immernoch einen größeren Betrag schuldet. Meine Akte war verschollen. Ich zur Dame am Telefon: Mein Name schreibt sich mit "ei". Sie brüllt zur Kollegin: Ham wir hier ne Akte von der Frau Xxxxeixx? Stimme von hinten: Nä! Sie zu mir: Moment mal ... *raschelraschelscheppergruschtel* ... ein Ausruf des Erstaunens ... sie zurück an der Leitung zu mir: Sie schreiben sich gar nicht mit "ei" sondern mit "ai"!!! Ich: Aha. Oh.

Demnächst zeig ich euch mal meinen Sonnenuntergang. Bis dann, und bleibt brav!

Mittwoch, 3. Juni 2009

Coffee to throw

 

Im Kaffeetassenweitwurf bin ich die Nummer Eins. Wenn du auch eine gute Kaffeeweitwerferin werden möchtest, empfehle ich dir folgendes:

Habe zwei linke Füße.

Gehe mit der vollen Tasse Kaffee in Richung weißes Sofa und verheddere dich dabei schön schnörkelig mit deinen eigenen Beinen, sodass du einen eleganten Satz nach vorne machst. Rudere dabei schwungvoll mit den Armen und lasse die Tasse im geeigneten Moment los.

Schrei laut SCHEISSE und renne in die Küche um Lappen zu holen. Robbe wie eine Blöde auf dem Boden rum um das Desaster wegzuwischen und störe dich dabei nicht am Geruch von kaltem Kaffee, das gehört dazu.

Es empfiehlt sich, Wandfarbe und Pinsel im Haus zu haben.

Bewahre Haltung wenn du realisierst, dass die Flecken aus deinem weißen Sofa nicht mehr rausgehen. Kaufe zwei Päckchen Textilfarbe, färbe den Sofabezug in der Waschmaschine und freue dich auf den nächsten Ikeabesuch, wo du dir einen neuen weißen Klippan-Bezug kaufen wirst.

Hellblau ist aber auch irgendwie cool :-)

Dienstag, 24. Februar 2009

Ich beschwere mich

Möglicherweise habe ich gerade meine Tage ... oder PMS ... was ich nie wissen werde, weil ich keine Hystera habe, was mich aber nicht daran hindert, hysterisch zu sein, und deshalb will ich mich hier mal in aller Form beschweren.

Erstens: Beim Wetter. Liebes Wetter, sehr veehrte Sonne. Es kann nich angehen, dass du dich dieses Jahr erst dreimal gezeigt hast. Zweieinhalbmal davon hast du mir aufs Display geschienen. Das geht so nicht, also schein in Zukunft bitte öfter und zu weniger unsinnigen Zeiten, z. B. wenn ich nicht arbeite.

Zweitens: Beim Internet. Liebes Internet, du langweilst mich. Punkt.

Drittens: Bei meinem Kater. Lieber Ferris, du bist zwar das feinste Kerlchen, das die Welt je gesehen hat, aber musst du mich jede Nacht um drei wecken, weil der gediegene Herr Kater Hunger verspürt oder spielen will? Warum fängst du dir nicht mal zur Abwechslung eine leckere Maus? Korrigiere, bitte verspeis doch auch mal die Maus und leg sie nicht immer extra in den Flur damit ich drauftappe.

Viertens: Beim Karneval. Liebe Jecken, ihr spinnt ja!

Fünftens: Bei Microsoft. Liebe Softwareexperten, liebes Windows XP. Es ist ja nun nicht so, dass ich zum ersten mal ein jungfräuliches System aufsetze. Aber warum hat das früher ungefähr 2 Stunden gedauert und zieht sich heute über 2 Wochen? Wieso muss ich dauernd irgendwelchen Bullshit aus der Konfiguration eliminieren? Und warum gehen meine Notebooks immer nach 2 Jahren kaputt? Ey, und ich will trotzdem nix hören - ich steige nicht auf Apple um!

Sechstens: Beim Erfinder kalorienreicher Speisen. So geht das nicht weiter. Mach es wieder gut und erfinde Jeanshosen, die mitwachsen, bittedanke!

Siebtens: Nochmal beim Wetter.

Achtens: Beim Kaugummiautomat. Warum? Einfach so.

Freitag, 31. Oktober 2008

Strategie Berater - jaja

Ich bin Grafikerin. Derzeit einhändig.

Es gibt da diesen langjährigen Kunden, für den ich einen Katalog produziere. Der kam grad frisch aus der Druckerei - 66 Seiten, ~200 Fotos, sehr viel Text. Die Produktion verlief reibungslos: < 10 Telefonate, < 10 E-Mails und das Ding war fertig. Bei denen im Berliner 3-Mann-Büro sieht es aus, als hätte eine Bombe eingeschlagen, die Jungs sind Kumpeltypen, mit denen man gerne mal um die Häuser zieht, und die geben sich stets ehrlich und sehr gelassen, die Zusammenarbeit verläuft höchst professionell, höchst befriedigend.

Dagegen hatte ich in den letzten Wochen das zweifelhafte Vergnügen, mit einer großen deutschen Unternehmensberatung ein Projekt durchzuführen, und das hat mich den letzten (aber auch wirklich den allerletzten) Nerv gekostet. Ich habe noch nie so unstrukturiert, so chaotisch, so unglaublich hirnverbrannt gearbeitet wie mit diesen Leuten. Anzugträger, Großverdiener, Wichtigtuer - eine derart verachtende Haltung gegenüber dem Dienstleister habe ich so noch nicht erlebt.

Stell dir vor, du bringst dein Auto in die Werkstatt. Reifenwechsel. Zu Hause fällt dir ein, ooh oooohhh, da muss ja noch neuer Lack, neue Bremsen, kompletter Motoraustausch, ausserdem neue Sportsitze und eine nagelneue Hifi-Anlage rein. Du rufst in der Werkstatt an, meldest deine Wünsche und willst das alles bitteschön in der gleichen Zeit haben die es dauert, die Reifen zu wechseln. Wie??? Die Teile müssen erst bestellt werden??? Geht gar nicht! ZACKZACK, und wer nicht spurt, fliegt raus! Sowas in der Art kann dir passieren, wenn du dich mit Strategy Consultants einlässt. Ich rate davon ab.

Mein Körper hat jetzt kapituliert. 4 Tage Kopfschmerzen, dann eine ordentliche Erkältung mit nicht enden wollendem Husten und zu allem Überfluss eine Sehnenscheidenentzündung in der linken Hand.

Ich frage mich in letzter Zeit oft, wie lange ich den Job so noch machen kann/will. Bin ja doch am ende immer der Arsch.

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