Freitag, 7. April 2006

Diät?

Ich werde ihn 'Mittagessen' nennen.
(Otto, Ein Fisch namens Wanda)


1. Hast du schon mal eine Diät gemacht?
Ja, vor einem Jahr. Meine Hosen fingen an zu zwacken - da war Handlungsbedarf. Ich habe nach so einem Eiweiss-Kohlenhydrate-Fett-Punkteprogramm gelernt, ausgewogen zu essen. Gar nicht mal so wenig. Das war lecker und hat gut funktioniert.

2. Welche ausgefallenen Diäten kennst du?
Gar keine. Ich zähle keine Kalorien und esse wenn mir danach ist. Manchmal bereue ich das dann schon, wenn ich nach einem Wochenende bei der Verwandtschaft auf meinen Bauch runterschaue und er mich fett angrinst. Aber ich habe mir das Limit 60 Kilo ins Hirn installiert. Da ist die Grenze, das klappt bislang.

3. Was hältst du vom Schlankheitswahn der Promis?
Schönheitswahn an sich nervt mich völlig. Ich habe vor Jahren am eigenen Leib erfahren wie es ist, körperlich entstellt zu sein. Da verschieben sich die Werte. Echte Freundschaften sind da sehr wichtig. Ich bin ganz froh, die Erfahrung gemacht zu haben, trotz eines fiesen Aussehens von allerlei tollen Leuten sehr geschätzt worden zu sein. Das gibt mir Sicherheit und Vertrauen in mich. Krampfhaftes schönsein-wollen (was ist schön?) finde ich bemitleidenswert. Auch bei Promis. Ich hätte nichts dagegen, im Film oder Fernsehen Menschen zu sehen, die nicht schon zwei Wochen vor ihrem Auftritt jedes Essen wieder rauskotzen müssen. Ein durchschnittlicher BMI ist auch eher das, was ich ästhetisch finde.

4. Was würde in deinem Leserbrief zum Thema Diät in Magazinen stehen?
Liebes Magazin, hör auf, 13-jährige, magersüchtige Mädchen auf Modefotos abzubilden. Und die Models sollen nicht immer so nuttig und zugekokst gucken. Dann müsste ich mir im Sommer, wenn ich im Cafe draussen sitze, nicht die ganzen vorbeilaufenden 35-jährigen Presswürste angucken, die sich in enges Zeug quälen und sich für 13 halten.

5. Was hält dich von einer Diät ab?
Mein durchschnittlicher BMI. Ich liege genau in der Mitte. Ich finde mich prima. Und wenn der Zeiger dann doch mal auf die 60 zugeht, esse ich mehr Obst und Kartoffeln. Das passt schon.

www.gimme-five.org

Mittwoch, 5. April 2006

Spiegel Online, go home!

HEY, tolle Fische!
(Otto zu Ken)


Seit Jahren (sieben ?) steht spiegel.de bei mir in den Bookmarks ganz oben. Ganz so, wie wenn man ein Zeitungsabo hat und behält, weil das Abbestellen vor lauter Gewohnheit gar nicht in den Sinn kommt. Jahrelang, jeden Tag hab ich mir diesen Mist reingezogen ohne drüber nachzudenken. Das muss ich dem Portal ja auch lassen - es ist leichte Kost, übersichtlich angeordnet, gut um UpToDate zu bleiben, um den wichtigsten Klatsch und Trasch mitzubekommen. Zeitung lese ich nicht.

In den letzten Monaten hat mich spiegel.de tierisch angenervt. Was für einen Dreck die da berichten - ist ja unglaublich. Ich habe auch das Gefühl, dass es immer unerträglicher wird. Also habe ich mir andere Nachrichten-Portale angesehen und versucht, meine alten Gewohnheiten abzulegen, indem ich einfach woanders hinsurfe.

Ist mir aber nicht gelungen. Die anderen Portale die ich so ausprobiert hab, waren mir entweder zu verschwurbelt oder zu zeitraubend oder meinem Surfverhalten nicht genehm. Nerv!

Das hat sich jetzt erübrigt. Ich habe angefangen, während der Arbeit über den Rechner Radio zu hören. Konkret: Deutschlandfunk. Seither ist spiegel.de in meinen Bookmarks so unnütz wie ein Hühnerauge geworden.

Beim Deutschlandfunkt auf der Website gibt es fein portionierte Podcasts zu allerlei Themen. Das ist das eine. Zum anderen habe ich das Radiohören wieder für mich entdeckt, denn man kann den Sender wirklich lange laufen lassen, ohne dass es nervt. Ich glaube, das könnte ich mit keinem anderen Sender - ich hasse Popmusik und das ewige Generve der Moderatoren. Von Werbung ganz zu schweigen. Höchstens im Auto kann ich mal HR3 oder SWR3 hören.

Jetzt bin ich stets gut informiert über das aktuelle Tagesgeschen, über Literatur, kulturelle Perlen, Meinungen, interessante Themen über Leute, Länder, Essen, dies und das. Fein. Die machen das echt gut.

Und spiegel.de - na ja, die mühen sich halt weiter ab. Aber jetzt ohne mich.

Montag, 3. April 2006

Im Garten, ein Monster, Teil II

Hör auf mich … glaube mir … Augen zu … vertraue mir!
(Schlange Kah)


Die Anaconda schlich sich aus dem Hinterhalt an. Sie machte mich mit ihrem hypnotischen Blick willenlos, um mich anschließend zu verspeisen. Sie ringelte sich um meinen Hals und drückte mit ihrem schweren, starken Körper zu. Schon riss sie ihr riesiges Maul auf, und ich konnte ihr bis in die Schwanzspitze schauen.

Sie roch aus dem Mund. Als hätte sie zuvor meinen Nachbarn verspeist.

Schlange

Ich war vor Schreck gelähmt.

Doch da! Der Kater kam angesaust, überblickte sofort die Situation und griff an. Er schmiss sich auf die Anaconda, packte sie mit der linken Pfote um den Hals, riss sie in die Luft und drohte ihr mit der Kralle.

Schlange

Dann ließ er sie fallen und schickte sie gnädig weg. Ich lag dort immernoch benommen und hustete ihr nach "Verpiss dich!".

Die Anaconda verpisste sich in den Nachbarsgarten. Der Kater hat zur Belohnung eine große Portion Leckerchen gekriegt.

12 Uhr mittags

Es ist Montag Vormittag, zwölf Uhr. Ich habe heute bereits 11 Mails geschrieben, 10 Telefonate geführt und zweimal den Anrufbeantworter abgehört.

In meinem Outlook stehen 47 Mails "Zur Nachverfolgung".

Ihr könnt mich doch alle mal!

Im Garten, ein Monster!

Ich trau mich nicht mehr so richtig in den Garten.

Es war schon dunkel, da hab ich sie entdeckt. Sah gar nicht so groß aus – vielleicht mit Beinen 3 cm. Ich dachte, ich hol mal die Kamera und schaue, wie weit sie sich ranzoomen läßt. Beim Zoomen hats mich fast nach hinten umgeschmissen.

Was ist das für eine Spinne???

Spinne

Sonntag, 2. April 2006

Tad Williams ist ein Wahnsinniger

Code Delphi. Hier beginnen.
(Martine Desroubins)


Meine Odyssee durch Otherland ist vorbei.

Gestern abend bin ich zum ersten Mal seit 5 Monaten ohne vorher zu lesen eingeschlafen. Das tat gut. Ich hatte keinen Albtraum.

Die letzten Seiten habe ich mit dem Kater auf dem Schoß draussen im Garten bei Sonnenschein gelesen. Natürlich hab ich auch geheult, aber der Schluß ist sehr versöhnlich und ich konnte das Buch ohne Wehmut weglegen.

Es war großartig. Alle vier Bände sind durchzogen von Tad Williams albtraumhafter Fantasie, es gibt kaum Momente, in denen Freude oder Hoffnung die Handlung bestimmen. Fast alle Fragen, die sich während dem Lesen stellen, bleiben bis zum Schluss unbeantwortet. Häufig dachte ich, es kann nicht schlimmer kommen, kam es aber.

Es ist ein rabenschwarzer Krampf von vorne bis hinten. An keiner Stelle billig oder gewöhnlich. Sprachlich sehr authentisch und eingängig. Unvergleichbar - weder mit "Herr der Ringe" noch mit "Matrix".

Jetzt tut sich ein Loch auf. Habe das Bedürnis, in den nächsten Tagen zu stricken oder Musik zu hören, statt zu lesen. Vielleicht muss das nächste Buch von Alice Schwarzer sein oder ein Liebesroman - hauptsache Kontrastprogramm. Nehme gerne Tipps entgegen.

To whom it may concern: Vielen Dank für diesen Lesetipp! Wir schulden euch noch ein paar Euro - haben wir nicht vergessen oder so.

Samstag, 1. April 2006

Wenn der Postmann ...

Ich glaube, der Mann auf den ich am meisten im meinem Leben sehnsüchtig gewartet habe, ist der Postbote.

Jedem anderen hätte ich schon längst einen Tritt verpasst bei der dauernden Warterei!

HMPFFF!

Geniales Marketing

Bringt mir ein Gebüsch!
(Monty Python)


Ich habe gar keine Kreditkarte. Brauchte auch in den letzten Jahren keine. Nur manchmal. Aber eigentlich will ich eine haben. Es gibt ja doch das ein oder andere Online-Geschäft, das man nur mit Kreditkarte abschließen kann. Ich hab mir mal einen Antrag ausgedruckt, mit dem ich eine Karte hätte beantragen können. Der liegt immernoch ungenutzt auf meinem Beistelltischchen rum. Nie hätte ich ihn tatsächlich ausgefüllt - viel zu kompliziert, viel zu faul.

Jetzt kommt meine Hausbank mit einer genialen Mailingaktion daher und schwupps bin ich Besitzerin einer Kreditkarte - da können sich die Marketingfuzzis dieser Welt mal was abgucken.

Die haben mir einfach im Rahmen einer Aktion eine Kreditkarte zugeschickt. Mit einem Antrag. Ein Kreuzchen, einmal Datum, einmal Unterschrift, ab in den Briefkasten, Porto zahlt Empfänger. Die PIN kommt in den nächsten Tagen. Ein Jahr kostenlos, danach normaler Preis.

So macht man das.

Und wieder mal weiß ich nicht, ob ich mich als Kundin umschwärmt fühlen soll oder mich ärgern soll, dass ich wieder mal auf eine Marketing-Kampagne reingefallen bin. Ist aber auch eigentlich egal.

Freitag, 24. März 2006

Ich zoome

Schwan


Mein neues Teleobjektiv kam heute :-))

Donnerstag, 23. März 2006

Kirchenaustritt

"Hast du Jesus schon gefunden, Gump?"
"Ich hab überhaupt nicht gewußt, daß ich ihn suchen soll."
(Forrest Gump)


Das mit den Albträumen ist besser geworden. Ich bin bei Otherland ungefähr 400 Seiten vor dem Showdown - die Ruhe vor dem Sturm, meine Nerven können ein bißchen ausruhen.

Stattdessen wachte ich gestern mit dem Wort "Kirchenaustritt" auf. Warum auch immer. Oder auch immer mal wieder. Der Gedanke ist nicht neu.

Ich bin evangelisch. Die katholische Kirche mit ihrer Doppelmoral ist es, die mich mehr irritiert. Aber auch in meinem Verein bin ich nicht aus irgendeiner Überzeugung, sondern nur wegen der Tatsache, dass ich damals wie die meisten anderen Kinder getauft wurde. Im Elternhaus kam Religion nicht vor.

In den diversen Bildungseinrichtungen lehrte man mir unglaubliche Dinge von Wundern und guten Taten. Und von einem ziemlich kritischen Gott, der auf der Wolke sitzt und mit Adleraugen verfolgt, ob ich auch brav bin. Ich hatte immer Angst vor diesem Gott, bis ich irgendwann kapierte, dass das alles nicht so wörtlich zu nehmen ist, dass die vor 2000 Jahren auch nur mit Wasser gekocht haben.

Das mit dem "wörtlich nehmen" ist so eine Sache. Ich habe nie gelernt, den Gottesdienst-Jargon oder Bibelworte zu verstehen. Da ist von Schäfchen und Feuer die Rede, von Gottes Reich, Himmel und Hölle, und ich hab einfach keinen Zugang dazu. Klar, mit ein bißchen üben würde das gehen, aber will ich das? Nein, eher nervt mich das Gerede um den heißen Brei, schön verpackt in Metaphern, so dass es jeder für sich selbst auslegen "kann" - aber eigentlich nicht darf.

Die Frage, ob ich einen spirituellen Halt suche kann ich verneinen. Ich habe ihn in der Vergangenheit in der evangelischen Kirche nicht gefunden, wohl aber in mir selbst. Den christlichen Grundgedanken, die Regeln für das Zusammenleben mit Menschen habe ich verinnerlicht und respektiere meine Religion als Regelwerk. Aber an Gott glauben kann ich nicht.

Kriege im Namen der Religion, verbohrte, uneinsichtige, veraltete Sichtweisen auf das Menschsein, Unterdrückung und Machtausübung legitimiert durch irgendeinen Gott - auch wenn ich damit nicht direkt zu tun habe, das wird mir zu viel, ich will raus aus dem System.

Was hält mich? Es sind die Glocken. Dass sie bei meiner Beerdigung nicht läuten werden.

Es ist das Geld von meiner Kirchensteuer, das z. B. für die Jugendarbeit in meiner Gemeinde verwendet wird. Aber das mit dem Geld geht auch anders. Die Hälfte der Kirchensteuer an die UNICEF, die andere Hälfte ans örtliche Tierheim, damit geht es mir auch gut - nein, besser.

Dann bleibt da noch das seltsame Gefühl, aus einer Gemeinschaft auszutreten, die mir mein bisheriges Leben lang Rückhalt versprochen hat. Aber auch das Gefühl wird hinfällig, denn der Gedanke, mich von der Institution Kirche befreit zu haben wiegt das auf.

Es steht mal wieder ein Behördengang an ...

Mittwoch, 15. März 2006

Achtbeinige Ästhetik

Spinne

Dove from Above

The guests have been greeted, the stars are now seated





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