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Freitag, 17. Juli 2009

Gaga

Vorhin beim Ausdauersport sah ich ein schwarzes Lamm, das von der Herde abgetrennt war. Tat mir leid, das kleine Muckelchen. Aber so ist das mit schwarzen Schafen.

Neulich las ich irgendwo, dass ich jetzt zur "Generation Upload" gehöre weil ich mit dem Internet rummache und so. Wasn das schon wieder fürn Scheiß? Na ja, haben sich so ein paar Marketing-Fuzzis ausgedacht, das Wort. Muss mich ja nicht weiter interessieren. Und dich auch nicht.

Kann mal jemand diese Lady Gaga vom Markt nehmen? Also ich habe 6 Radiostationen in meinem Autoradio. Wenn im Deutschlandfunk zum Beispiel eine Sendung über das Leben der Kaiowá-Urwald-Indianer in Argentinien kommt, muss ich auch mal umschalten um Musik zu hören. Ist doch scheissegal, welcher Sender und welche Uhrzeit - immer kommt dieses beknackte Pokerface-Gedöns. Gehts eigentlich noch blöder? Nein.

Hört lieber mal wieder die Cocteau Twins:

Letzte Woche fand ich dann auch raus, warum mir das Finanzamt immernoch einen größeren Betrag schuldet. Meine Akte war verschollen. Ich zur Dame am Telefon: Mein Name schreibt sich mit "ei". Sie brüllt zur Kollegin: Ham wir hier ne Akte von der Frau Xxxxeixx? Stimme von hinten: Nä! Sie zu mir: Moment mal ... *raschelraschelscheppergruschtel* ... ein Ausruf des Erstaunens ... sie zurück an der Leitung zu mir: Sie schreiben sich gar nicht mit "ei" sondern mit "ai"!!! Ich: Aha. Oh.

Demnächst zeig ich euch mal meinen Sonnenuntergang. Bis dann, und bleibt brav!

Mittwoch, 3. Juni 2009

Coffee to throw

 

Im Kaffeetassenweitwurf bin ich die Nummer Eins. Wenn du auch eine gute Kaffeeweitwerferin werden möchtest, empfehle ich dir folgendes:

Habe zwei linke Füße.

Gehe mit der vollen Tasse Kaffee in Richung weißes Sofa und verheddere dich dabei schön schnörkelig mit deinen eigenen Beinen, sodass du einen eleganten Satz nach vorne machst. Rudere dabei schwungvoll mit den Armen und lasse die Tasse im geeigneten Moment los.

Schrei laut SCHEISSE und renne in die Küche um Lappen zu holen. Robbe wie eine Blöde auf dem Boden rum um das Desaster wegzuwischen und störe dich dabei nicht am Geruch von kaltem Kaffee, das gehört dazu.

Es empfiehlt sich, Wandfarbe und Pinsel im Haus zu haben.

Bewahre Haltung wenn du realisierst, dass die Flecken aus deinem weißen Sofa nicht mehr rausgehen. Kaufe zwei Päckchen Textilfarbe, färbe den Sofabezug in der Waschmaschine und freue dich auf den nächsten Ikeabesuch, wo du dir einen neuen weißen Klippan-Bezug kaufen wirst.

Hellblau ist aber auch irgendwie cool :-)

Dienstag, 24. Februar 2009

Ich beschwere mich

Möglicherweise habe ich gerade meine Tage ... oder PMS ... was ich nie wissen werde, weil ich keine Hystera habe, was mich aber nicht daran hindert, hysterisch zu sein, und deshalb will ich mich hier mal in aller Form beschweren.

Erstens: Beim Wetter. Liebes Wetter, sehr veehrte Sonne. Es kann nich angehen, dass du dich dieses Jahr erst dreimal gezeigt hast. Zweieinhalbmal davon hast du mir aufs Display geschienen. Das geht so nicht, also schein in Zukunft bitte öfter und zu weniger unsinnigen Zeiten, z. B. wenn ich nicht arbeite.

Zweitens: Beim Internet. Liebes Internet, du langweilst mich. Punkt.

Drittens: Bei meinem Kater. Lieber Ferris, du bist zwar das feinste Kerlchen, das die Welt je gesehen hat, aber musst du mich jede Nacht um drei wecken, weil der gediegene Herr Kater Hunger verspürt oder spielen will? Warum fängst du dir nicht mal zur Abwechslung eine leckere Maus? Korrigiere, bitte verspeis doch auch mal die Maus und leg sie nicht immer extra in den Flur damit ich drauftappe.

Viertens: Beim Karneval. Liebe Jecken, ihr spinnt ja!

Fünftens: Bei Microsoft. Liebe Softwareexperten, liebes Windows XP. Es ist ja nun nicht so, dass ich zum ersten mal ein jungfräuliches System aufsetze. Aber warum hat das früher ungefähr 2 Stunden gedauert und zieht sich heute über 2 Wochen? Wieso muss ich dauernd irgendwelchen Bullshit aus der Konfiguration eliminieren? Und warum gehen meine Notebooks immer nach 2 Jahren kaputt? Ey, und ich will trotzdem nix hören - ich steige nicht auf Apple um!

Sechstens: Beim Erfinder kalorienreicher Speisen. So geht das nicht weiter. Mach es wieder gut und erfinde Jeanshosen, die mitwachsen, bittedanke!

Siebtens: Nochmal beim Wetter.

Achtens: Beim Kaugummiautomat. Warum? Einfach so.

Freitag, 31. Oktober 2008

Strategie Berater - jaja

Ich bin Grafikerin. Derzeit einhändig.

Es gibt da diesen langjährigen Kunden, für den ich einen Katalog produziere. Der kam grad frisch aus der Druckerei - 66 Seiten, ~200 Fotos, sehr viel Text. Die Produktion verlief reibungslos: < 10 Telefonate, < 10 E-Mails und das Ding war fertig. Bei denen im Berliner 3-Mann-Büro sieht es aus, als hätte eine Bombe eingeschlagen, die Jungs sind Kumpeltypen, mit denen man gerne mal um die Häuser zieht, und die geben sich stets ehrlich und sehr gelassen, die Zusammenarbeit verläuft höchst professionell, höchst befriedigend.

Dagegen hatte ich in den letzten Wochen das zweifelhafte Vergnügen, mit einer großen deutschen Unternehmensberatung ein Projekt durchzuführen, und das hat mich den letzten (aber auch wirklich den allerletzten) Nerv gekostet. Ich habe noch nie so unstrukturiert, so chaotisch, so unglaublich hirnverbrannt gearbeitet wie mit diesen Leuten. Anzugträger, Großverdiener, Wichtigtuer - eine derart verachtende Haltung gegenüber dem Dienstleister habe ich so noch nicht erlebt.

Stell dir vor, du bringst dein Auto in die Werkstatt. Reifenwechsel. Zu Hause fällt dir ein, ooh oooohhh, da muss ja noch neuer Lack, neue Bremsen, kompletter Motoraustausch, ausserdem neue Sportsitze und eine nagelneue Hifi-Anlage rein. Du rufst in der Werkstatt an, meldest deine Wünsche und willst das alles bitteschön in der gleichen Zeit haben die es dauert, die Reifen zu wechseln. Wie??? Die Teile müssen erst bestellt werden??? Geht gar nicht! ZACKZACK, und wer nicht spurt, fliegt raus! Sowas in der Art kann dir passieren, wenn du dich mit Strategy Consultants einlässt. Ich rate davon ab.

Mein Körper hat jetzt kapituliert. 4 Tage Kopfschmerzen, dann eine ordentliche Erkältung mit nicht enden wollendem Husten und zu allem Überfluss eine Sehnenscheidenentzündung in der linken Hand.

Ich frage mich in letzter Zeit oft, wie lange ich den Job so noch machen kann/will. Bin ja doch am ende immer der Arsch.

Freitag, 12. September 2008

Da muss ich heulen, weil so schön

Sonntag, 31. August 2008

Glückskind

Das Haus in dem ich großgeworden bin hat sich fast nicht verändert. Immernoch die gleiche Haustür, der Zaun, die Steinplatten im Hof, die Gladiolen und Astern an der Stelle, wo Oma sie vor Jahrzehnten gesetzt hatte. Alles ist ein bißchen kleiner geworden. Oder ich größer. Oder so.

Auf dem Gehweg liegen zermantschte Zwetschgen, und plötzlich bin ich wieder 8 Jahre alt und stehe mit Yvonne auf der Leiter ganz oben in der Baumkrone. Wir schlagen uns die Bäuche voll ... die Zwetschgen immer erst in der Mitte teilen, damit man nicht aus Versehen einen Wurm mitisst, und für den Rest des Tages nichts mehr trinken – man weiß ja, zu was das führt.

Im Garten gab es Zuckererbsen, Rhabarber, Sauerampfer, Süßkirschen, Sauerkirschen, Zwetschgen, Mirabellen, Äpfel, Birnen, und bei den Nachbarn haben wir die Johannisbeeren geklaut. Und immer von der Hand in den Mund, ungewaschen, versteht sich. Unser kleines Schlaraffenland.

Ich stehe da auf dem Gehsteig in den zermatschten Zwetschgen und weiß mal wieder, was für ein Glückskind ich war

Freitag, 29. August 2008

Spießer!

Es war recht früh am Morgen. Ich hatte die Wasserflasche vom Fahrrad mit Wasser gefüllt, lief von den Waschräumen zurück zum Zelt und trank dabei einen Schluck. Die blöde Kuh vor ihrem Wohnwagen brüllte zu mir rüber: „So früh und schon die Flasche am Hals!“ Ich wünschte ihr einen guten Morgen.

Hab ich den Eindruck gemacht, so eine zu sein, die morgens um sieben schon heimlich Wodka aus einer Tarnflasche säuft? Wollte sie witzig sein? Oder sogar nett? Ich weiß es nicht. Ist mir auch egal. Später hat sie dann die Fenster vom Wohnwagen geputzt. Am heiligen Sonntag! Und noch später saßen sie und ihr Mann auf ihren Gartenstühlen und haben Kreuzworträtsel gemacht.

Der Spießer: überwältigende Sehnsucht nach Gewohntem, Sicherheit und Komfort, Intoleranz und Unbeweglichkeit im Denken.

Ich merke an mir selber, dass mein Spießer-Barometer immer höher ausschlägt, je älter ich werde. Dass ich gerne in ollen Turnschuhen rumlaufe und die Texte der Bloodhound Gang alle laut mitsingen kann ist nicht gerade die große Rebellion gegen das Spießertum, dem ich nie angehören wollte.

Nein, ich arbeite >40 Stunden die Woche, zahle Steuern, wohne im ordentlich aufgeräumten Heim, verkoste Wein und sage dabei Worte wie 'balsamisch' oder 'ausgewogen', fahre einen Neuwagen, trage zum radfahren Funktionskleidung, gucke jeden Sonntag Tatort, finde Piercings scheisse, esse gerne Schweinebraten, finde die 'Jugend von heute' frech und ungehörig, bin heimatverbunden, mache gerne Pauschalurlaub auf den Kanaren, habe einen Finanzberater, wische mein Notebookdisplay mit feuchten Brillenputztüchern, bügle Bettwäsche, stricke Socken, kaufe mir demnächst eine Wohnung zur Altersvorsorge.

Und wenn ich ganz ehrlich bin: Ich würde gerne mal einen ganzen Tag lang vor meinem pikobello aufgeräumten Wohnwagen sitzen und Kreuzworträtsel machen.

Dienstag, 26. August 2008

Fenster

Aus aktuellem Anlass :-)

Rita Mitsouko, Marcia Baila

Dove from Above

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