Dienstag, 13. September 2005

Treueangebot 2005

Sehr geehrte Frau/Herr Sowieso,

als Stammkunde von Möbelhaus XY wissen Sie es zu schätzen, wenn Sie gut und preisgünstig einkaufen und das Beste bekommen.

Hier folgt eine Oper von allerlei Vergünstigungen.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch.

Bla bla bla.

Also liebe Leute vom Möbelhaus XY. Stammkunden sind wir schonmal gar nicht. Wir haben vor einem Jahr diese Küche bei euch gekauft, aber das heißt noch lange nichts. Seither haben wir nämlich keinen Fuß mehr in euren Möbelbunker gesetzt. Und werden euch auch in Zukunft nicht besuchen. Da helfen auch supidupi Sonderangebote und Prozente nichts. Das ist vorbei, ihr habt bei uns ja sowas von verschissen!

Wir haben nicht die Küche bekommen, die wir haben wollten. Als wir das gegenüber dem Verkäufer äußerten, behauptete er, das wäre alles so abgesprochen gewesen. Echt nicht, hätte ich das gewußt, hätte ich die Küche nicht gewollt - hätte sogar mehr Geld für das ausgegeben, was ich wirklich wollte. Wir waren die Lügner, kein Entgegenkommen aus eurem Haus.

Na ja, letztendlich Pech für euch. Wir haben in den letzten 12 Monaten ein hübsches Sümmchen für die Möblierung des Hauses ausgegeben. Bei der Konkurrenz. Wo wir so gut betreut werden, dass es kracht!

Montag, 12. September 2005

Kein Bauer nimmt für seine Hose ...

... statt Hosenträgern Gürtelrose.

Ich hapn Schnupfn.

Sonntag, 11. September 2005

Die neuen Herbstfarben sind da

herbst

Freitag, 9. September 2005

Teneriffa

Urlaub ist gebucht. Auf Teneriffa gibt es über 40 Caches. Das wird ein Spass!

Liebe Oma Irma

Meine Oma starb, da war ich 18, an einem Schlaganfall. Ich sah sie zum letzten Mal, als die Sanitäter sie die Treppe heruntertrugen. Meine Oma.

Ich bin auf dem Dorf groß geworden. Mutter arbeitete im Familienbetrieb, Vater kam abends meistens spät. Oma war immer da und gut zu mir. Sie kochte, wenn ich aus der Schule kam. Am besten waren die "dünnen Pfannkuchen" mit Zucker. Heute sagt man Crepes dazu. Erziehung war nicht so viel nötig, war ja immer draussen mit den anderen Kindern unterwegs, war ja auf dem Dorf. Aber sie war immer da und wichtig.

Während der Pubertät wurde Oma zur Randerscheinung. Eine alte, sonderbare Frau. Zwar immer da, aber nie im Mittelpunkt. Ich glaube, das verzeihe ich MIR nie.

Als sie starb, ging ich in den Wald - da wo ich meine Kindheit verbracht hatte. Wollte Ruhe, wollte meiner Oma nahe sein. Ging den Feldweg rauf. Da war ein Bauer auf der Wiese, ein alter Mann. Der fragte mich, wer ich sei. ??? Warum fragt er??? Ich erzählte also. Von Oma, und dass sie gestorben sei, und ich sei die und die. Er kannte meine Oma. Nach dem Krieg hatten die beiden irgendwelche Geschäfte am laufen. Schuhe und Zigaretten und sowas.

Weird!

Seit sie nicht mehr ist, denke ich oft an diese Frau, diese Ahnin. Ich glaube fest, dass wir alle von unseren Ahnen Aufgaben bekommen. Dinge, die wir erledigen müssen. Dinge, von denen wir keine Ahnung haben.

Ich bin jetzt knapp über 30. Ich hab schon die ein oder andere Aufgabe im Leben bewältigt. Oft mit der gleichen Strategie - so langsam wird ein Muster erkennbar. So langsam lerne ich mich kennen. Je besser ich mich kennenlerne, desto größer werden die Fragezeichen. Die Frage nach meiner Oma.

Wer war sie? Wie war sie? Welche Aufgabe hat sie mir gegeben? Wieviel von ihr ist in mir?

Meine Oma war eine Schwarzmeerdeutsche. Lebte in einer deutschen Kolonie als mittelständische Bäuerin am Djnepr in der Ukraine. Ihre Vorfahren hatten es wohl ganz gut dort. Sie selber ertrug zwei Hungersnöte. Ich glaube anfang des letzten Jahrhunders und dann in den 30er Jahren noch eine. Sie heiratete ihren Cousin. Das war nicht verpönt dort und in der Zeit. Mein Opa Nikolaus, von dem ich nur ein restauriertes Foto kenne, auf dem er aussieht wie Charlie Chaplin. Mein Opa.

Die Deutschen in Russland waren zarentreu. Deshalb wurde mein Opa während der Revolution verschleppt. Er arbeitete in Murmansk in einer Werft als Zwangsarbeiter.

1942 schloss sich meine Oma mit ihren 4 Kindern und dem Opa den deutschen Soldaten an, die auf der Flucht waren. Rückzug aus Russland. Es war wohl ein Geheimtipp, mitzugehen. Viele aus der Familie folgten dem Rat nicht und wurden weit gen Osten verschleppt, Gefangenenlager nahe der chinesischen Grenze. Unvorstellbares Leid.

Mein Vater war zu Beginn der Flucht 3 Jahre alt. Er hat sich Blitzlichter "bewahrt" von Schüssen aus dem Hinterhalt und Planwagen, die über Eisenbahnschienen getragen werden mussten. Mein Vater! Wurde beschossen.

Noch während der Flucht wurde der Opa von der deutschen Armee eingezogen. Obwohl er doch sowas wie ein Russe war. Er traf seine Familie noch einmal 1945 nach 3-jähriger Flucht in Berlin. Dann fiel er.

Die Familie ging nach Nordhessen. Wurde wohlhabend. Dort sind mittlerweile auch jene, die damals in den Kasachstan verschleppt wurden. Die Familie ist beisammen, allen geht es wirtschaftlich gut.

Ich kann nicht ermessen, was meine nahen Verwandten damals durchmachten. Ich kann nur immer wieder dankbar sein, dass ich es so gut habe. Dass meine Nichte einen Kindersitz fürs Auto hat.

Meine Oma aber geht mir nicht aus dem Kopf. Ich wünschte, ich könnte ihr noch Fragen stellen. Ich wünschte, sie noch einmal kennenlernen zu können um mich in ihr wieder zu finden. Um mich besser verstehen zu können.

Ally McBeal

Hier wird jeden Nachmittag eine Folge Ally aufgenommen und mangels gutem Abendprogramm auch fleissig geschaut. Der Videorekorder schneidet automatisch die Werbung zuverlässig raus. Das ist der pure Luxus, und Privatsender gehen gar nicht mehr. Kommt ja auch nix Gescheites. Ab und zu mal noch regulär ein Tatort oder die Nachrichten, ansonsten kann der Fernseher eigentlich auch rausfliegen. Hab ja klickibunti Internet.

Eigentlich kann ich Ally nicht leiden. Also die Frau Ally. Viel zu schrille Stimme, viel zu verschrobene Ideen vom idealen Leben, viel zu fixiert auf Eheglück. Vor allem: viel zu dünn, das arme Häkchen. Erstaunlich, wie die Macher eine Serie erschaffen konnten, in der die Hauptdarstellerin eigentlich nichts hergibt - sie ist ja noch nicht mal besonders witzig. Aber die Serie ist es. Ich bin wirklich ein großer Fan. Das Drumherum stimmt einfach. Die anderen Personen sind so phantasievoll ausgearbeitet.

Am meisten mag ich John Cage. Er ist am vielseitigsten und zudem noch ein sensationeller Schauspieler. Man achte nur mal auf den Gesichtsausdruck, wenn seine Nase flötet. Oder Richard Fish, wenn er einen Fishismus zum besten gibt, so herrlich politisch unkorrekt, wie es nur geht. Nelle ist mein Ideal von einer Frau - könnte ich wählen, würde ich ihre Rolle spielen wollen. Ling ist wie ein Traum morgens um halb sechs, bei dem ich nach dem Aufwachen nicht weiß, was ich davon halten soll. Elaine ist wie eine Achterbahnfahrt - unglaublich talentiert und doch letztendlich einfach nur Tussi. Aber liebenswerte Tussi, weil sie das Herz auf der Zunge trägt.

Meistens enden die Folgen traurig. Neben allem unfassbarem Humor schlägt die Serie oft nachdenkliche Töne an. Eine Ling, die weinend das Krankenhaus verlässt, weil ein Junge an Krebs gestorben ist. Eine Ally, die mit über 30 scheinbar nichts über ihre Eltern weiß, ein Richard, der seine Liebe verliert weil er nicht heiraten will, wo doch Liebe im Übermaß vorhanden ist, ein John, der schlimme Kindheitserlebnisse nochmal durchleben muß, eine Nelle, die ein Gummibärchen liebt, das Angst vor ihr hat ... seufz!

Ally forever ;-)

TEN POINTS

Das wars dann wohl

Das Tief hat uns jetzt erreicht. Vorhin schien noch die Sonne und es fing an einer wunderbarer Spätsommertag zu werden. Jetzt ist es bewölkt und die Luft wird kälter. Ganz langsam. Ich merke es auch an den Kopfschmerzen, und die Kollegen klingen heute alle ein bißchen angekratzt am Telefon.

Ende Sommer. Das wars. Mach das nicht nochmal! So übellaunig warst du dieses Jahr. Komm bitte nächstes Jahr mit besserer Laune zurück und mach mich froh! Ich sag dir jetzt tschüss, bin nicht nachtragend. Verspreche, nächstes Jahr ein herzliches Willkommen für dich zu feiern.

Ich hab schon Stiefel und Mantel gekauft. War ja kalt genug, Laune für solche Einkäufe zu haben. Die Flausch-Wolldecken-Saison beginnt, die Tee-Läden melden bald wieder Hochkonjunktur. Die Sandalen werden eingemottet und das Katzenbettchen frisch bezogen, denn jetzt wird wieder drinnen geschlafen.

Mal gucken, vielleicht krieg ich morgen schon ein paar Spekulatius im Laden.

Dinge zwischen Himmel und Erde

Vor 16 Jahren hatte ich diesen Unfall, bei dem der Zahn kaputt ging. Gestern wurde mir der Zahn gezogen. Heute nacht hatte meine Schwester den gleichen Unfall wie ich damals und liegt jetzt mit Gehirnerschütterung im Bett. Ich bin irgendwie seltsam berührt.

Donnerstag, 8. September 2005

Hollywood hat seinen Preis

Wenn im September das Thermometer auf über 25 Grad klettert, man mit Kaffee, Notebook und WLAN auf der Terrasse sitzt und die Arbeit schon erledigt hat, ist das Leben schön. So richtig schön.

Wenn man aber nur noch ein paar Minuten Zeit hat, um den Puls nach unten zu korrigieren, ist das schlecht, ganz schlecht.

In einer Stunde werde ich spüren, wie mein Zahnfleisch langsam taub wird. Ich werde dem Zahnarzt mit seinem weißen Mundschutz in die Augen sehen und ihn im Stillen bitten, vorsichtig zu sein. Heute nehme ich Abschied von meinem Schneidezahn, der seit 16 Jahren wackelt.

Ein bißchen wehmütig ist mir. Vielleicht ist das aber auch nur die Angst ...

Prinzessin

In meiner Familie gibt es eine Prinzessin. Sie geht jetzt in die Schule.

zucker

Zu meiner Zeit haben die Eltern die Zuckertüten noch nicht selber gemacht. Heute macht man das so. Das finde ich sehr schön.

Freitag, 2. September 2005

Hell Yeah

Hab grad eine Scheibe von der Bloodhound Gang auf die Ohren gekriegt. Achduscheisse ist das cool!

Mittwoch, 31. August 2005

Aufschrei

Kinder verhungern im Senegal. Männer und Frauen ertrinken in New Orleans. Mädchen aus dem Ostblock werden als Ware verschachert. Mein Vater lief als Kleinkind drei Jahre lang in einem Treck. Meine Oma erlebte zwei Hungersnöte. In Hamburg stirbt ein Schulmädchen an Vernachlässigung. Im Irak sterben Menschen an einem sinnlosen Krieg. In Ägypten schneidet man den Frauen die Klitoris ab. Afrika hat AIDS. In Brasilien werden Straßenkinder von Polizisten erschossen. In Isreal werden unschuldige Menschen von Bomben zerfetzt.

Manchmal möchte ich jemandem Danke dafür sagen, dass es mir so gut geht. Aber ich weiß nicht wem.

Dienstag, 30. August 2005

Das erste mal

- seit über einem Jahrzehnt - war ich gestern beim Zahnarzt. Ein trauriges Kapitel. Anfang der 90er hatte ich einen Unfall, bei dem mir der Scheidezahn an der Wurzel durchbrach. Heute macht man das wohl nicht mehr, aber damals wurde mir der Zahn mit einer Titanschraube am Kiefer festgemacht. Das hat der Zahnarzt nicht richtig gut gemacht, und die Schraube kam unter der Nase wieder aus dem Knochen raus. Ging zwei Jahre lang gut, dann die Mega-Entzündung an der Stelle und die Schraube wurde oben um das herausstehende Stück abgesägt. Mehr davon? Das war jedenfalls traumatisch. Ich war seither nicht mehr in der Lage, eine Zahnarztpraxis zu besuchen.

Gestern dann der Termin, für 16.00 Uhr angesetzt. Ich hatte mir schon vorher überlegt, ab 15.00 Uhr nicht mehr zu arbeiten und die Nervosität vielleicht ein bißchen weg zu meditieren. Hab sogar den Kaffee weggelassen. Sinnlose Maßnahmen!! Ab mittags hab ich mich mit Rescue-Tropfen und Baldrian Dragees zugedröhnt. Mein Puls hatte sich schon um die Mittagszeit irgendwo zwischen 110 und 120 eingependelt.

Kurz bevor ich dann los wollte, habe ich meinen Autoschlüssel nicht gefunden und bin hier in der Bude Amok gelaufen. Eigentlich hätte ich in dem Zustand gar nicht autofahren sollen.

Im Wartezimmer war ich zum Glück allein und mußte niemanden damit verunsichern, dass ich am hyperventilieren war ...

"Ich hab Angst vor Ihnen" hab ich dem Zahnarzt gleich gesagt. Das fand er lustig. Ich zeig ihm den Zahn, der mir seit einem halben Jahr weh tut, er guckt in dem Mund und sagt: "Da ist nix". In dem Moment bin ich dann glatt erstmal aus den Latschen gekippt und hab in Gedanken ein Halleluja an meine Eltern gesendet, die mich scheinbar diesbezüglich mit besten Genen ausgestattet haben. Danke Mama. Danke Papa.

Okay, der Bohrer bleibt mir erstmal erspart, aber nächste Woche gehts trotzdem ans Eingemachte. Der olle kaputte Schneidezahn samt Schraube wird aus meinem Gebiss verbannt, und stattdessen bekomme ich einen wunderbaren neuen Schneidezahn implantiert. Das wird super, ich laß mir einen echten Hollywood-Beißer verpassen! Und was die Angst angeht ... Hollywood-Beißer essen Angst auf ... oder so ...

Dove from Above

The guests have been greeted, the stars are now seated





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